| Die Hefe als Hebamme
Portrait eines omnipräsenten Moleküls: Alkohol Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle: Alkohol ist mein Name. Zwar nicht der ganz korrekte, aber für den Anfang muß Ihnen das genügen. Ich spiele eine wichtige Rolle in Ihrem Leben, ob Ihnen das nun paßt oder nicht. Und weil wir, gewollt oder nicht, auf vertrautem Fuß miteinander stehen, wechsle ich als der Ältere zur vertraulichen Anrede über, bevor ich Dir, Freundin oder Freund des Whiskys und Whiskeys, einiges an Wissenswertem über mich erzähle.
Die Zahl meiner Freunde ist Legion, die meiner Feinde allerdings auch. Ich habe Millionen von Menschen glückliche und genußreiche Stunden beschert, und ich weiß bestimmt, daß einige Werke der Weltliteratur nie zustandegekommen wären, wenn ich den Verfassern nicht auf ihren Pegasus geholfen hätte. Ich habe aber auch Existenzen ruiniert und so manchen vorzeitig ins Grab gebracht.
Nennt mich einfach Alkohol, liebe Freunde, respektierte Feinde. Das ist zwar etwas ungenau, weil ich richtigerweise Äthylalkohol oder – kurz – Äthanol oder Ethanol heiße, aber jeder kennt mich als Alkohol. Diese Anrede akzeptiere ich, solange das nicht dazu führt, daß ich mit den ungenießbaren Vettern Methanol, Propanol, Butanol, Glycerin und ein paar weiteren aus der Großfamilie Alkohol verwechselt werde.
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2005/1 Winter (zum Abo-Service)
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