| Der american Straight Whiskey und seine Fässer
Nein, der Verfasser dieser Titelzeile hat nicht zu tief ins Glas mit Bourbon oder Tennessee Whiskey geschaut: Mit ›white dog‹ – ›Weißer Hund‹ – meinen die Brenner in den USA das frische Destillat. Und für jenen ›schwarzen Rand‹ wird der Küfer jenseits des Atlantiks zum Brandstifter. Das Feuer im Faß ist erstens vorgeschrieben und zweitens nützlich für den späteren Straight Whiskey.lay forever: die Insel ist immer einen Besuch wert Ein Besuch auf der südlichsten der Inneren Hebrideninseln kann ausreichen, um gleich sieben Malt-Brennereien zu erkunden. So schnell, wie im Märchen das Tapfere Schneiderlein die sieben Fliegen »auf einen Streich« erlegte, läßt sich Islay freilich nicht erkunden. Nehmen Sie sich also wenigstens die Zeit für die – derzeit noch – sieben aktiven Destillerien auf der berühmten Insel. Ihr Guide zu den Quellen des Islay Malt Whiskys ist BERND SCHÄFER.
Das ›Amerikanische Büro für Alkohol, Tabak und Schußwaffen‹ (es heißt tatsächlich so) verlangt, daß jedweder Straight Whiskey mit höchstens 125° proof (= 62,5%vol) in neuen, innen ausgekohlten Eichenfässern mindestens zwei Jahre gelagert wird. Diese Vorschrift macht schottische und irische Hersteller glücklich, weil sie ihnen sowohl optimal geeignete als auch relativ billige Fässer für die Reifung ihrer Destillate beschert: So kostet ein gebrauchtes Bourbon-Faß heute knapp 50 Pfund, für ein ›butt‹ aus europäischer Eiche, in dem zuvor Sherry lagerte, ist dagegen ein acht- bis zehnmal höherer Betrag fällig.
Weder im alten Europa noch in der Neuen Welt dachten die Brenner in den Jugendjahren des Whisk(e)ys daran, ihre Erzeugnisse altern zu lassen, wenn sie sich nach Fässern umsahen: Diese hölzernen Tonnen und Tönnchen dienten allenfalls als Behältnisse für die kurze Lagerung bis zum Verkauf (oder zum Selbsttrinken) und als Transportmittel für den Weg zu potentiellen Käufern. Whiskey und Whiskey wurden sozusagen »ab Brennblase« verkauft, als klarer Getreideschnaps – oder eben als ›white dog‹, wie die Amerikaner, oder als ›new make‹, wie die Schotten zu sagen pflegen. Natürlich sprach es sich irgendwann vergleichsweise schnell überall herum, daß ein Getreidedestillat um so besser schmeckt, je länger es in einem Faß zugebracht hat:
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2005/3 Sommer (zum Abo-Service)
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