Das Blendwerk der Supernasen

 

WIE AUS VERSCHIEDENEN EINZELWHISKYS EINE MARKE WIRD

Der Scotch Blended Whisky beherrscht den globalen Whisk(e)ymarkt. Gäbe es nicht diese Vielzahl von Blended-Marken, wäre die Herstellung von Malt eine überflüssige Angelegenheit und das Whiskygeschäft Schottlands verkäme zu einer Marginalie. Tausende von Arbeitsplätzen und riesiges Kaptial sind von der Arbeit der »Nasen« abhängig, jener Spezialisten, die aus vielen Malt- und vergleichsweise wenigen Grain Whiskys die beliebteste Sorte herstellen.

ein dash ins dram

Der Master Blender steht in der Hierarchie ganz oben. Er allein sorgt dafür, dass ein Whisky oder Whiskey Flasche für Flasche und Jahr für Jahr so aussieht, riecht und schmeckt, wie der Kunde »seine« Marke kennt und schätzt. Um diese Kontinuität zu wahren, sitzt dieser mit allen Wässern gewaschene
Spezialist Tag für Tag in einem von Probefläschchen überquellenden Labor und mischt so lange Pröbchen, bis ihm seine unfehlbare Nase grünes Licht gibt: Was er im Kleinen zur optimalen, originalen Mischung »vermählte«, wird jetzt im Großen fass- oder gar tankwagenweise vermischt.

Nun ja, ganz so spielt sich das alles natürlich nicht ab.
Der Master Blender respektive die Master Blenderin (auch das gibt es – siehe Maureen Robinson) muss nicht Tag für Tag seine blends neu aufbauen. Wenn deren Einzelbestandteile, die Malts und die Grains, erst einmal ausgesucht und ins richtige Verhältnis zueinander gebracht wurden, reicht das »Rezept« für gewaltige Mengen. Erst wenn die nächste Charge zum blending ansteht, muss »the nose« wieder so lang prüfen und mischen, bis der blend dem vorangegangenen bis zum letzten Tropfen gleicht.

Das Zusammenstellen eines blends ist ja nicht mit dem Kuchenbacken zu vergleichen: Nur brav ans Rezept gehalten, und das Ergebnis dieser Arbeit schmeckt an Weihnachten genauso wie beim Erntedankfest, bei der Sommerparty, an Pfingsten, an Ostern und am Neujahrsmorgen.
Mehl, Eier, Butter, Nüsse und alles mehr, was zu Kuchen werden soll, schmeckt immer gleich (und wenn nicht, merkt das sowieso niemand), und folglich fällt dieses Backwerk auch stets gleich aus, Rezepttreue
und immer gleiche Vorgehensweise vorausgesetzt.
Aber die Spezialisten, die aus 20 bis 50 Whiskys den blend zusammenstellen müssen, haben es mit Zutaten zu tun, die nie so sind wie beim letzten Vermischen.

...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2006/4 Herbst (zum Abo-Service)

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