Die Küste der Individualisten

 

Eine Destillerie-Tour durch das nördliche Hochland
Nur die Brennereien auf den Inseln liegen noch mehr im Abseits als die acht an der Ostküste des nördlichen Schottlands. Bis auf die eine Marke, die es zum beliebtesten Single Malt in Großbritannien gebracht hat, gehören die Whiskys dieser Subregion nicht zu den bekanntesten Scotch-Marken. Wer sie dennoch, Destillerie für Destillerie, durchprobiert, stellt fest: Den »Northern Highland Style« gibt es nicht! Hier oben werden noch echte Individualisten abgefüllt.


Sollen andere über die Frage diskutieren, ob das westliche und das südliche Umland der Hochland-Hauptstadt zum nördlichen oder zum zentralen Hochland zu zählen sei oder gar zur Speyside. Wenn wir uns hier und heute in die Region Northern Highlands aufmachen, ziehen wir von Inverness kurz nach Westen und dann nordwärts. Auf der A 9 haben wir links Berge und rechts die Ostküste von Schottlands nördlichstem Stück Festland im Blickfeld. Die Landschaft hier ist vielleicht nicht so spektakulär wie anderenorts im Lande der Scots, sie hat aber durchaus ihre Reize.

Die Black Isle zwischen Moray Firth und Cromarty Firth ist berühmt als Anbaugebiet für Gerste. Und doch steht hier nur eine Brennerei: Glen Ord. Zu der gehört freilich auch die Mälzerei Muir of Ord, die nicht nur an die benachbarte, sondern an alle Brennereien von Eigentümer Diageo im nördlichen Schottland sowie an Talisker auf der Insel Skye das Malz liefert. Die Mälzerei wurde 1968 errichtet, die Brennerei war 130 Jahre zuvor legalisiert worden und wechselte mehrmals den Besitzer, bevor sie 1923 von John Dewar & Sons erworben wurde. Die fusionierten mit der DCL, die wiederum 1987 unters Dach von United Distillers kamen, deren »Nachfolger« Diageo diese Brennerei quasi erstmals »ans Licht holte«. In der Zeit davor hatten die Brennerei wie auch ihr Whisky mit verschiedenen Namen für Verwirrung gesorgt: Der erste Single Malt, noch unter dem damaligen Lizenzträger Dawson’s abgefüllt, war als Ord etikettiert. Dewar’s brachte einen 12jährigen
Glenordie auf den Markt. Die DCL etikettierte danach ihre Eigentümerabfüllung als Glen Ord. Diesen Markennamen behielt auch Diageo bei, als dieser Whisky als ›Hidden‹und ›Rare Malt‹ sowie als ›Special Release‹ abgefüllt wurde. Vorschmecker beschreiben den 12jährigen Glen Ord als trocken in der Nase, als frisch, eichentönig und leicht torfig am Gaumen sowie als trocken und frisch im Abgang. ...

...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2007/1 Winter (zum Abo-Service)

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