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Das Brauen ist die Vorstufe der Whisk(e)ydestillation
Wer mitreden möchte, wenn’s um Whisky oder Whiskey geht, der sollte auch etwas über das Brauen wissen. Denn das »Wasser der Lebens« ist im Grunde nichts anderes als ein destilliertes Bier. Das ›Bier‹, das in Brennereien gebraut wird, ist mit dem beliebten Durstlöscher aber nur eingeschränkt vergleichbar.
So ist es doch: Seitenlang wird das Können des Destillateurs gelobt, der aus der Brennblase den perfekten Feinbrand abzieht. Er erntet die ersten Lorbeeren für den Whisky oder Whiskey, den die Gemeinde der Genießer als gelungen preist. Und ohrenbetäubend ist der Beifall, der dem Masterblender geklatscht wird. Er ist es schließlich, der über reifende Bestände wacht und mit Hilfe seines sensorischen Talents das zusammenfügt, was die bestmögliche Gesamtheit ergibt.
Der Brauer wird meistens ignoriert, wenn irgendwo über Whisky und Whiskey geschrieben oder geredet wird. Dabei ginge gar nichts in der Brennerei ohne diesen Mitarbeiter. Die Brenner säßen ratlos vor einem Haufen Getreide, gemälzt oder ungemälzt, der Masterblender müsste ihnen hilflos Gesellschaft leisten.
Dass Whisky und Whiskey zu den Getreidespirituosen gehören, wissen inzwischen auch jene Zeitgenossen, die Garibaldi für einen italienischen Schnellkochtopf halten. Aber damit ist bei Otto Normaltrinker das Wissen ums »Wasser des Lebens« meist schon erschöpft. (Insider können die nächsten Zeilen übergehen.) Um aber Getreide jedweder Sorte »brennbar« zu machen, muss es in eine alkoholische Flüssigkeit umgewandelt werden, in Bier. Denn zu Hochprozentigem kann nur etwas werden, was schon Alkohol enthält. Destillieren oder Brennen bedeutet im Falle der alkoholischen Getränke, dass dem »Brennstoff« Wasser entzogen und so der Alkoholgehalt erhöht wird.
Wer Whisky oder Whiskey machen will, braucht also Bier. Was in die erste pot still, in die beer still oder auch in die column still eingefüllt wird, ist immer eine Art Bier. Schotten und Iren nennen den Stoff wash oder ale, die Amerikaner distiller’s beer: eine Flüssigkeit mit sieben bis neun Volumenprozent Alkoholgehalt. Das gilt bei uns schon als Starkbier.
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2007/2 Frühjahr (zum Abo-Service)
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