| Vom Einfluss der Fässer auf schottischen Whisky
Wenn die wasserklare Flüssigkeit, liebevoll als »Baby-Whisky« bezeichnet, aus dem Spirit safe läuft, hat sie weder in Geschmack noch Farbe sonderlich viel mit dem zu tun, was sich die Whisky-Liebhaber weltweit millionenfach mit großem Genuß ins Glas gießen. Diese wundersame Wandlung vom ziemlich rauhbeinigen, völlig farblosen Baby zu einem reifen, goldfarbenen Getränk mit einer Fülle von Aromen verdanken wir den Fässern aus dem Holz der Eichen.
Bis etwa in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts galt die Metamorphose vom klaren Destillat zum goldfarbenen Genußmittel tatsächlich als eine Art von Wunder. Niemand hatte so richtig verstanden, was in der Fässern vor sich geht; das Wissen um´s maturing, die Reifung, war empirisch; nur die Erfahrung der Distillery Manager garantierte ein möglichst konstant schmeckendes Produkt. Erst zu Beginn der 70er machten sich Wissenschaftler und Whiskyproduzenten daran, den Einfluß des Holzes und der verschiedenen Faßformen auf die Qualitätsveränderungen zu ergründen. Völlig durchschaut sind diese Prozesse allerdings auch gute 30 Jahre später noch nicht.
Die Fässer sind nach wie vor aus Eichenholz, aber mit dieser simplen Feststellung wollen wir uns nicht begnügen. In Schottland kommen vorwiegend zwei Holzarten zum Einsatz: die Amerikanische Eiche, Quercus alba, und die Europäische Eiche, Quercus rubor. Der Kenner weiß, daß in den Fässern vor dem »schottischen Nektar« entweder American Whiskey oder Sherry lagerte; ausschließliche Alterungen in Fässern, die zuvor mit Portwein, Madeira, Cognac oder Rum gefüllt waren, gibt es zwar, aber derartige Reifungen sind äußerst selten. Da sind sogenannte finishes schon häufiger anzutreffen: Bereits gereifter Whisky wird in einem anderen Faß nachgelagert. Bekannteste Beispiele dafür sind sicher die Woodfinishes von Glenmorangie und die Distillers Edition der Classic Malts...
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2004/3 Sommer (zum Abo-Service)
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