| WIE DIE WHISKEYS IN DEN VEREINIGTEN STAATEN REIFEN
Ein guter Schluck Straight Bourbon, Tennessee oder Rye Whiskey nimmt im Wald seinen Anfang. Denn die Behörden in den USA verlangen, im Gegensatz zu denen in Europa, daß die Destillate in jungfräulichen Fässern heranreifen. Die Verarbeitung von frischem Holz zu neuen Behältnissen ist zwar teurer als der Einsatz gebrauchter Fässer, aber ein Teil der Kosten kommt wieder herein. Zum einen, weil Schotten und Iren die Second-hand-Fässer kaufen. Und zum anderen, weil frisches Holz die Destillate schneller altern läßt: Der Whiskey ist früher reif, gewaltiges Kapital ist weniger lang in den Lagerhäusern gebunden.
Lieber die Daube in der Hand als den Spatz auf dem Dach S Schade, dieses Wortspiel versteht keiner hier in der Blue Grass Cooperage nahe Louisville/Kentucky. Dabei drängt sich der Kalauer geradezu auf angesichts der Akkordarbeiter, von denen jeder pro Arbeitstag um die 270 Fässer fertigt. Eine kurze Hochrechnung: Je Faß braucht er im Schnitt 30 Dauben - macht gut 8.000 von diesen gebogenen, unterschiedlich breiten Brettern, die der Faßmacher täglich zur Hand nimmt.
Etwa 400.000 Fässer werden jährlich in diesem Betrieb produziert, der 1945 gegründet wurde, dem Alkohol-Konzern Brown-Forman gehört und einer der beiden bedeutendsten unter den verbliebenen Faßherstellern Amerikas ist. Die Auftragslage ist gesichert, solange sich nicht die Umweltschützer in den Vereinigten Staaten durchsetzen, die den Fall jener Vorschrift ...
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter Heft 2004/2 Frühjahr! (zum Abo-Service)
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