| Die Nase-Weisen
Sie sind gefragte und hochbezahlte Spezialisten. Der Erfolg vieler Marken hängt größtenteils von ihrem Können ab. Aber schon ein Schnupfen hindert sie am Arbeiten. Was sind das nur für Typen? Blender! Masterblender!!
Otto Normalbesucher darf fast .alles sehen in einer Whisky- Destillerie. Eine Tür jedoch bleibt ihm verschlossen. Ein Glück, denn der Raum dahinter wirkt überaus ernüchternd. Riesige Regale mit Legionen von Flaschen, die eher an Arznei denn an Genußmittel denken lassen. Ein Waschbecken. Gläser in rauhen Mengen. Glaskolben in verschiedenen Größen, mit Meßskalen versehen. Schreibzeug. Notizen. Es herrscht Ruhe im Laboratorium des Masterblenders. Nicht weit entfernt von hier wird gebraut und gebrannt, werden Fässer gefüllt und entleert. Doch all diese Tätigkeiten, die zum Whisky führen, spielen sich scheinbar in einer anderen Welt ab. Die Bezeichnung "Masterblender", deutsch: "Mischmeister", deutet auf einen Mann hin (Maureen Robinson bei UDV ist eine Ausnahme), dessen Aufgabe es ist, Proben verschiedener Einzelwhiskys miteinander zu vermischen, bis diese Melange dem geplanten Fertigprodukt entspricht. Und weil fast alle Whiskys bis dato nach dem Rezept von anno dazumal zubereitet werden, wie die Werbung uns gerne weismachen will, hat der Masterblender wohl nur sehr wenig zu tun. Ist es nicht so? Erstens ist kein Whisky heute noch so, wie ihn der Firmengründer ehedem schuf. Das Festhalten am Überkommenen ist nur so lange nützlich, wie dieses Produkt dem Geschmack einer möglichst breiten potentiellen Käuferschicht entspricht. Ergo muß jeder Whisk(e)y im Laufe der Zeit immer wieder "angepaßt" werden. Zweitens fällt kein Destillat genau gleich aus wie die aus den vorangegangenen Brennphasen. Und selbst jene Brände, die sich weitestgehend ähneln, entwickeln sich im Holzfaß teilweise ganz unterschiedlich. Der Kunde aber erwartet ein in Geruch, Geschmack und Aussehen Jahr für Jahr und Flasche für Flasche immer gleiches Produkt. Deshalb ist überall dort ein Masterblender zugange, wo Spirituosen produziert werden - auch wenn der nicht zwingend stets diese Berufsbezeichnung trägt. Jede Spirituose ist eine Mischung - ein blend - aus...
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