| Eine Frage der Ähre
Wer wissen will, wie Whisk(e)y wird, was er ist, sollte sich zuerst einmal mit Bier befassen. Denn damit überhaupt gebrannt werden kann, muß gebraut worden sein. Das Wissen ums Getreide ist der erste Schritt zum Wissen um den Whisk(e)y.
|

Nicht jede der über 300 Gerstensorten ist auch zum Brauen geeignet
Vergrößerung
|
John "Jockie" Paterson ist nicht nur distiller, er ist auch brewer. Das betont er ausdrücklich und macht damit klar, daß er am Werden des Malt Whiskys von Anfang an beteiligt ist. Denn ohne Brauer fehlt dem Brenner das Material: eine Art Bier, in Schottland wash oder auch ale, in den USA und in Kanada beer genannt. Diese ziemlich schwachalkoholische Flüssigkeit - auf welche Art auch immer mittels Destillation konzentriert - wird zu Whisky oder eben zu Whiskey. Die chauvinistischen Bier-Puristen, die sich durch das "Reinheitsgebot" davon abhalten lassen, in die Gläser und Krüge anderer Nationen hineinzuschmecken, werden das Bier als Whisk(e)y- Grundstoff kaum gelten lassen. Sie werden einwenden, Bier werde nur aus gemälztem Getreide gebraut, und jeder Whisk(e)y - bis auf den Malt - enthalte schließlich auch ungemälztes Getreide. Stimmt so nicht: Nur in Ländern, in denen das "Reinheitsgebot" gilt (und das sind neben Deutschland nur wenige andere), ist beim Brauen der Einsatz von Rohfrucht, also von ungemälztem Getreide, verboten. In allen anderen Staaten wird auch Rohfrucht eingemaischt, und beileibe nicht nur die Vorstufe des Brauens und ebenfalls der erste Schritt zum Malt Whisky. Der wird freilich nur noch von wenigen Brauereien und von noch weniger Destillerien selbst getan; die Mehrheit bezieht ihr Malz "fertig", wenn auch ganz individuell bereitet. Denn Malz ist nicht gleich Malz. Je nach Dauer des Darrens und der dabei eingehaltenen Temperatur sind die Körner dunkler oder heller, gut oder nur schwach knusprig, nussig oder vielleicht noch ein wenig grasig im Geschmack. Das Quantum des zum Darren verheizten Torfs entscheidet darüber, ob der spätere Whisky sehr ....
...lesen Sie weiter im Whisky-Botschafter 3/2000 ! (zum Abo-Service)
zurück
|