Kentucky ­ die Keimzelle des Bourbon Whiskeys

 

Gelbes Korn und »blaues Gras« auf weißem Grund

Für Touristen, die das herkömmliche Urlaubserlebnis suchen, ist dieses Land kein lohnendes Ziel. Wer sich aber für edle Pferde interessiert und gern beim Derby wettet, ist hier genau richtig. Und wer den Bourbon schätzt, ist in Kentucky an der Wiege dieses Whiskeys.


Jim Beam Distillery in Clermont,
eine von zwei Beam-Brennereien

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Der Verkäufer im Bücherladen schaute mich an, als hätte ich das Werk »Englands Große Küche« oder eine Abhandlung über das Balzverhalten tibetanischer Bergziegen verlangt: »Kentucky? Wer fährt schon nach Kentucky? Dort ist doch der Hund begraben!« Er sollte recht behalten. Die etwa 60 Zeilen, die ein Reiseführer »USA ­ Der Süden« dem US-Bundesstaat Kentucky großzügigerweise zugestand, genügten vollauf. Hier ist in der Tat der Hund begraben. Ein Pferd hingegen wird in diesem Teil der Welt bestattet, mit allem Pomp und Prunk, zu dem nur ein reicher Amerikaner pekuniär und psychisch imstande ist. Ein über die Maßen luxuriöses Begräbnis steht selbstverständlich nur jenen Pferden zu, die entweder Millionen eingaloppiert haben oder als pro Sprung sechsstellig honorierte Hengste perfekten Nachwuchs für Kentuckys Derbys sicherten.

Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen Kentuckys Pferden und Kentuckys Whiskey. Bevor hier um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn fuhr, wurde der frisch gebrannte Getreideschnaps auf dem Ohio und dem Mississippi nach Natchez verschifft und dort gegen Araberpferde eingetauscht. Mit den Pferden zogen die Leute aus Kentucky auf dem »Natchez Trail« wieder heimwärts. Wie auch immer es dazu kam ­ jedenfalls ist dieser Bundesstaat zwischen dem River Ohio im Norden und dem Cumberland-Plateau im ...

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