| Wer meint, nur Islay sei als Whisky-Insel nennenswert, kann die folgenden Seiten überschlagen.
Islay kommt darauf nicht vor, sie hat als eigenständige Malt-Region Recht auf eine separate Vorstellung und die hatte sie bereits. Die fünf anderen Inseln, auf denen Malt Whisky hergestellt wird, zählen aus dem offiziellen Blickwinkel zum Hochland. Die Liebhaber individueller Whiskys sehen das freilich anders.
Gerecht ist das nicht. Auf sechs schottischen Inseln wird Malz zu Whisky gebrannt. Nur eine der Inseln, Islay, gilt als eigenständige Whisky-Region. Die anderen fünf Inseln werden grundsätzlich dem Hochland zugeschlagen, als »Highland Malt« etikettiert, obwohl sie sich vom typischen Highland Malt so unterscheiden wie ein Haggis von einer Kalbsleberwurst. Malts von den Inseln sind im allgemeinen torfig und logisch von der See geprägt. Im Abgang lassen sie oft eine Pfeffernote spüren. Ihres individuellen »Insel-Stils« wegen wäre es an der Zeit, diese fünf Inseln Orkney, Skye, Mull, Jura und Arran zur einer eigenständigen, offiziellen Region »Inseln« zusammenzufassen, wie das einige Autoren von Whisky-Büchern schon tun.
Nicht nur in Sachen Whisky, auch historisch sind die Inseln ein Fall für sich. Bevor das »uisge beatha« über die Schotten kam, waren die kleinen Ländereien im Meer separate Königreiche. Die südlichen wurden von Islay aus regiert, die nördlichen von Norwegen. Den Königen folgten die Lords of The Isles, an die jetzt wenigstens noch ein Whisky erinnert. Auf den Inseln versteckten sich Flüchtige, wie jener unglückliche Bonnie Prince Charlie, dem wir den feinen Likör Drambuie zu verdanken haben. Der Prinz Charles...
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