Einem Freund des Malzwhiskys kann man die Speyside leicht schmackhaft machen, sofern er nicht stramm auf Islay-Malts fixiert ist. Schließlich gelten die Whiskys aus dem ?Goldenen Dreieck? als Musterbeispiele der schottischen Brennkunst. Doch auch ohne samples aus vier, fünf Dutzend Brennereien ist diese Gegend besuchenswert. Die Landschaft ist reizvoll und es gibt hier eine
Menge an Sehenswürdigkeiten. Letztlich endet aber alles wieder beim Malt.

Du willst was von mir? Ich soll dir die ?Spiesaid? beschreiben? Du spinnst! Nicht, weil du ?Spiesaid? sagt statt ?Spejsaid?, wie es richtig ausgesprochen wäre. Sondern weil du das schier Unmögliche verlangst! Bitte, auf ein paar samples solls mir nicht ankommen und eine Karte von Schottland habe ich auch. Aber würdest du dich mit einigen Bierproben und mit Blick auf eine Landkarte durch Franken ?führen? lassen, wo auf relativ kleiner Fläche die Mehrheit
der deutschen Brauhäuser steht? So dicht wie dort die Brauereien, stehen in der Speyside die Brennereien. Je nachdem, wie eng oder weit einer die Grenzen dieser
Subregion der Highlands zieht, kannst du etwa die Hälfte bis zwei Drittel aller schottischen Malzwhiskybrennereien
allein diesem Gebiet zuschlagen. Das
wird also mit Fug und Recht als das ?Herzstück? von Whisky-Schottland bezeichnet.
Warum es gerade in dieser Ecke so viele Brennereien gibt? ?Das Land ist gut?, würde ein Landwirt sagen. Die Voraussetzungen für den Anbau von Gerste sind geradezu ideal im Flachland zwischen den Bergen und dem Meer. Die Bauern waren häufig auch Brenner, Schwarzbrenner, und für diese Nebenarbeit fanden sie am Spey und an dessen Nebenflüssen noch zwei wichtige Rohstoffe vor: Torf, mit dem sie das Feuer unter der Malzdarre und das unter ihren Brennkesseln schüren konnten, und sauberes, gutes Wasser zum Einmaischen der gemälzten Gerste ?