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Gemischte Gefühle?

Reden wir nicht lange drum herum. Der wahre Whiskyfreund will seinen Tropfen pur genießen. Doch in der Vergangenheit des Königs der Spirituosen sind Mixed Drinks ebenso ruhmreich wie legendär eingewoben. Und sie machen selbst vor dem Single Malt nicht halt. Man lese und staune und probiere bei nächster Gelegenheit.
„Gib mir nen Whisky, dazu nen Ginger Ale, und geiz nicht rum, Baby“. Es waren nicht nur diese so wunderbar mit einem Akzent versetzen Worte von Greta Garbo im Film „Anna Christie“, mit der sich die göttliche Diva im Jahr 1930 eine Nominierung für den Oscar eintrug. Das ist zugegeben schon eine Weile her. Aber die Sätze gehören zu jenen ersten Zeugnissen in einem Tonfilm, mit denen die Cocktails in Hollywood ihre große Karriere starteten. Die Rede ist von „Whisky Mac“ - ein Longdrink, der zur Hälfte aus einem Blended Scotch Whisky und zu anderen Hälfte aus Stone‘s Green Ingwerwein bestand, was heutzutage nur wenigen Bartendern noch ein Begriff ist.

Längst tragen die Klassiker andere Namen: „Old Fashioned“ zum Beispiel. Oder etwa der „Manhattan“ als Pendant zum berühmten „Dry Martini“ Cocktail mit einem Rye Whiskey als Basis. Nicht zu vergessen der legendäre „Rusty Nail“ - ein umwerfender Mix aus Whiskylikör und Scotch Whisky. Sie alle finden sich ruhmreich in der „Hall of fame“ von Hollywood verewigt. Und die großen Barmixer der früheren Zeit ließen sich noch manch anderen Drink einfallen - fernab eines „Whisky-Cola“, der so sicher wie das Amen in der Kirche im vermeintlichen Sündenregister eines jeden Liebhabers von heute steht. Doch davon wollen sie meist nichts mehr wissen. Und mit ihm von keiner sonstigen Mixtur. So die Ausgangslage: Als hätte Moses das Meer geteilt, trennen sich die Liebhaber in zwei Lager. Hier die Barflys, dort die Puristen. Nur die gemischten Gefühle - sie bleiben auf der Strecke.

Versuchen wir den Brückenschlag. Erinnern wir an die Rezepturen, die auf eine lange Geschichte verweisen können und schon viele Genießer verzückten. Nicht ganz zu Unrecht gehören sie zu jenen Signature-Drinks, die über das Wohl und Wehe eines anständigen Bartenders entscheiden. Die richtigen Mischungen wollen erst einmal aus dem Handgelenk geschüttelt sein. Und beinahe jede Nation, die sich auf eine eigene Tradition beim flüssigen Gold beruft, besitzt ihre eigenen markanten Drinks - allen voran die Schotten und Amerikaner.