
Die Geschichte mit dem japanischen Whisky ist ganz einfach: In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts schickten die Japaner einen der ihren nach Schottland, wo er lernen sollte, wie es geht. Nach gut zwei Jahren war er wieder zurück, und seitdem gibt es in Japan Whisky…
Nun ganz so einfach und kurz ist es nicht, also der Reihe nach. Drei Namen sind bei japanischem Whisky von großer Bedeutung: Masataka Taketsuru, das war der Japaner, der im April 1919 nach Schottland geschickt wurde, um das Handwerk zu lernen und später die Nikka Brennerei eröffnete. Shinjiro Torii war der Gründer von Suntory und (und dieser wird oft verschwiegen) sein Sohn Keizo Saji späterer Suntory-Präsident und im Prinzip der Pionier der japanischen Single Malts.
Wie erwähnt wurde Masataka Taketsuru 1919 nach Schottland geschickt und sollte der erste werden, der Whisky in Japan herstellte. Aber es gibt zwei weitere interessante Vorgeschichten: Der erste Whisky, mit dem Japaner in Berührung kamen, war kein Whisky, sondern Whiskey! Im Jahr 1854 segelte eine US-amerikanische Flotte unter dem Kommando von Commodore Matthew Perry nach Japan, um ein Handelsabkommen mit dem bis dahin verschlossenen Japanischen Reich abzuschließen. Als Gastgeschenk hatte er unter anderem ein ganzes Fass sowie 110 Gallonen Whiskey mit an Bord. So hatte Japan den ersten Kontakt mit Whiskey.
Die zweite Geschichte hat mit dem russischen Bürgerkrieg zu tun. Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson entsandte 1918 Truppen nach Sibirien, das amerikanische Expeditions-Korps „Sibirien“, das alliiertes Kriegsgerät und Truppen sichern sollte. Einer der Konvois wollte in der japanischen Stadt Hakodate Kohle aufnehmen. Gut 3.700 Mann bekamen Landurlaub, um sich in den Lokalen der Stadt zu vergnügen. Dort wurde ihnen unter anderem etwas zu Trinken gegeben, dass mit „Scotch Whiskey made in Japan“ namens „Queen George“ bezeichnet wurde. Laut den verantwortlichen Offizieren waren nahezu alle Soldaten nach 15 Minuten sternhagelvoll, da das Gebräu gut 86% Vol. hatte. Die Männer wurden an Bord getrieben, und die Schiffe legten ab, noch bevor die gewünschten Kohlen aufgenommen werden konnten. Seeleute, die sich mit Whisk(e)y betrinken, sind an sich noch nichts so Außergewöhnliches; bedeutsam aber ist das Datum September 1918 - gut ein Jahr, bevor Masataka Taketsuru nach Schottland entsandt wurde, um das Whisky-Brennen zu lernen.
Eines gibt es noch anzumerken: Natürlich kannten die Japaner alkoholische Getränke schon viel länger, zum einen Sake, im Prinzip ein Reiswein, und Sochu, ein Destillat, das aus Getreide, Kartoffeln, Sake oder neuerdings auch aus Zucker gewonnen wird.









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