
Wer in reichlich einem Vierteljahrhundert mehr als ein halbes Hundert Reisen nach Schottland machte, auch Irland und seine Brennereien mehrfach besuchte, muss nicht erst seine Notizbücher durchforsten oder in Walter Schoberts „Single Malt Note Book“ (Gratulation zur 4. aktualisierten Ausgabe an Autor und Hädecke-Verlag) nachschlagen, um zu wissen, dass „150.000 Liter“ alle Chancen hat, als Übertreibung dieses Jahrzehnts in die Annalen einzugehen. Peilen wir vorab über’n Daumen: Es ist vierfach übertrieben. Denn die beiden wash stills von Bunnahabhain sind mit je 35.386 Litern in meiner diesbezüglichen Liste, die 95 schottische Malt-Whisky-Brennereien umfasst, als die größten Brennblasen nicht nur in Schottland, sondern auch in Irland markiert.
Vielleicht kam ihm irgendwo in irgendeiner Lektüre die alte wash still der alten irischen Midleton Distillery unter, dem Herrn Udo Pollmer. Deren Fassungsvermögen ist verschiedentlich recht großzügig mit ungefähr 150.000 Litern vermerkt. Falls wir dem peniblen Notierer Alfred Barnard glauben (und warum sollten wir das nicht), war jenes kupferne Monster gut für 31.648 Gallonen. Wenn wir die in Liter umrechnen (x 4,546), fasste diese 1825 gebaute und bei Schließung der Old Midleton Distillery ausgemusterte Brennblase 143.871,8 Liter.
Aber, als Lebensmittelchemiker und als Fachautor auf diesem Gebiet geschätzter Herr Pollmer: Das Riesending stand auf der Grünen Insel, nicht in Schottland. Im Norden der britischen Insel dampfte never eine pot still dieser Größe. Und Sie können heute in jede der knapp hundert Malzwhisky-Brennereien von der Insel Orkney (Highland Park, Scapa) über Wick im Norden (Pulteney) und die Inseln Skye, Mull, Jura, Islay und Arran nebst Campbeltown auf Kintyre bis in den südlichen Zipfel der Lowlands (Bladnoch) schauen: Sie werden nirgendwo eine Brennblase finden, die auch nur ein Drittel dessen fassen kann, was Sie als Höchstmaß nannten.









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