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Inverness - die Kapitale der Highlands

Glasgow steht für Industrie und auch Kultur, Edinburgh ist die Stadt des Parlaments und der Touristen, Aberdeen ist geprägt vom Öl und seinen schwarzen Steinbauten. Wer sich aber in die wirklichen Highlands vorwagt und den Norden Schottlands bereist, kommt, sei es als Tourist oder als Whisky-Liebhaber, an Inverness nicht vorbei. Immerhin ist es der größte Ort in den Highlands und Ausgangspunkt für vielerlei Ausflüge. Eindrücke von Bernhard Schäfer.
Geprägt und überragt wird Inverness durch sein Schloss: Inverness Castle, heute ein Verwaltungsgebäude. Sein Vorgänger, an nahezu gleicher Stelle erbaut, lag lediglich etwas weiter im Osten und buhlt neben Cawdor Castle und Glamis Castle um den Titel „Burg des Schauplatzes der Ermordung Duncans durch Macbeth“. Aber selbst die Burg, die heute zu sehen ist, ist schon eine „neue“, die erst in viktorianischer Zeit erbaut wurde. Vor der Burg fließt der River Ness (ja, genau der) ruhig vorbei und mündet in den Moray Firth. Bei gutem Wetter kann man sogar die Schneekuppen der Berge von Ross sehen.

Heute ist Inverness eine moderne Stadt, mit allem was dazugehört: Pubs, Museen, und Einkaufsmeilen gibt es genauso wie Bausünden aus den 1960er Jahren, denen einige historische Gebäude der Stadt zum Opfer fielen. Je nach Zählweise leben im modernen Inverness zwischen 40.000 und 60.000 Menschen. Genauer kann man es nicht fassen, denn der Ort hat keine festgelegten Stadtgrenzen und ist auch erst seit 2001 „City“.

Für Touristen und Romantiker ist ein Besuch der Statue von Flora Macdonald Pflicht, jene Frau, die Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie) bei seiner Flucht nach der verlorenen Schlacht von Culloden zunächst auf der Insel Skye versteckte und ihm dann, getarnt als Zofe, zur Flucht nach Frankreich und schließlich nach Rom verhalf. In den Sommermonaten lässt sich in den Abendstunden vor Floras Statute gewöhnlich ein Dudelsackspieler belauschen.

Historisches

Die Geschichte der Stadt war - wie so oft - durchaus auch von Gewalt geprägt. Als Scheideweg in den Süden und Tor zu den nördlichen Gefilden Schottlands trafen hier immer wieder diverse Clans aufeinander. Dem Clan Donald wird nachgesagt, die Stadt nicht weniger als sieben Mal niedergebrannt zu haben. Und auch Schottlands Liebling, der schon erwähnte katholische Bonnie Prince Charlie, hinterließ Spuren: Er zerstörte das Fort von Inverness. Am Vorabend der Schlacht von Culloden nahm er übrigens Quartier in Culloden House, das heute ein nobles Hotel für wohlhabende Gäste ist (mit einer guten Whiskyauswahl).
Auch Mary Queen of Scots verewigte sich in der Stadt: Im Jahre 1562 machte sie hier während einer Kampagne gegen einen Aufstand in Huntly Halt. Man wollte sie allerdings nicht ins Schloss lassen, denn der Gouverneur der Stadt gehörte zu den Aufständischen, was ihn wenig später den Kopf kostete. Mary war nachtragend…