
Die Brennerei, die – gegenüber von Craigellachie und oberhalb der häufig fotografierten Telford Bridge – auf einer Anhöhe über dem River Spey steht, war bekannt dafür, dass sie alles tat, um stets genügend gebrauchte Fässer aus Andalusien in ihren warehouses zu haben. Nicht irgendwelche Weinfässer aus Spaniens Süden, sondern solche, die zuvor Sherry enthielten. Nicht jeder Sherry war den Zuständigen in Easter Elchie House als „Vorwürzer“ genehm, es musste definitiv Oloroso sein. Als die Fässer knapp zu werden drohten, ließ Macallan in Jerez eigens Fässer anfertigen, „verlieh“ sie an das renommierte Sherry-Haus Gonzalez Byass und nahm sie, nach Vorgabe gebraucht, in ihre Reifelager.
Gegen das dominante „Parfum“ eines Oloroso Sherrys kommt nicht jeder Malzwhisky an. Fachleute sind sich darüber einig, dass ein vatting
von Malts aus Oloroso-Holz mit Malt aus Oloroso-Holz eine extrem schwierige Aufgabe ist. Kritiker der (klassischen) Marke Macallan empfanden dessen Sherrynoten als zu aufdringlich, die Anhänger der Marke empfanden das Miteinander von Malz und Sherry als perfekt ausgewogen. Unbestritten war und ist, dass sich kein schottisches Destillat so gut für eine Reifung in Oloroso-Sherry-Fässern eignet wie das aus den Brennblasen von Macallan.
Vor fünf Jahren ließen die whiskymakers von Easter Elchie die Katze aus dem Sack. Was einige vermutet hatten und viele nicht für möglich gehalten hätten, war wahr: Macallan hatte ganz erhebliche Bestände auch in American oak reifen lassen – in gebrauchten Bourbon-Fässern, die in Schottlands Reifelagern schon lange die stattliche Mehrheit an Holz stellen. Und mit in solcherlei Fässern gereiften Destillaten wurden ab 2004 jene aus den „klassischen“ Oloroso-Fässern zum Macallan „der neuen Art“ vermählt, zum Macallan Fine Oak.









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