
Brillanter Armagnac, feinster Calvados, große Grappe, gerühmter Rum und Wodka mit Weltruf – soll das etwa alles „Industriesprit“ sein? Geschätzte drei Viertel aller Spirituosen werden kontinuierlich gebrannt. Auch die so genannte beer still, in der die Amerikaner den späteren Straight Bourbon, Rye oder Tennessee Whiskey zuerst brennen, bevor dieser in einem doubler oder thumper rektifiziert wird, ist eine Brennsäule. Die Whiskyfraktion denkt im Zusammenhang mit dem Begriff „patent still“ allerdings zunächst an den zum blending verwendeten Grain Whisky: Der ist immer ein Kind der Säule, des kontinuierlichen Brennens.
Robert Stein meldete 1827 ein für Europa zu jener Zeit neuartiges Brenngerät unter der Nummer 5583 zum Patent an und ein Jahr später eine modifizierte Version als Nummer 5721. Um die gleiche Zeit experimentierte der Ire Aeneas Coffey zunächst in seiner 1824 erworbenen Dock Distillery in Dublin – und kurz darauf auch in der Port Ellen Distillery auf Islay – ebenfalls mit dem kontinuierlichen Brennen in säulenförmigen Geräten. Seine Version der patent still war wohl ausgereifter als die von Robert Stein und wurde denn auch Coffey still genannt. Ganz sicher waren die zwei Europäer nicht die einzigen Brenner, die sich mit einem neuen Verfahren zum Konzentrieren und Reinigen niedrigprozentigen Alkohols –
einer vergorenen Maische – befassten. Schon im Jahre 1790 hatte ein gewisser Alexander Anderson dem damaligen amerikanischen Außenminister Thomas Jefferson in den USA ein Gerät vorgestellt, das einem „Bier“ mittels Dampf den Alkohol entziehen konnte.









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