
Spaß beiseite. Sind die finished Malts wirklich zu dieser „Lawine“ geworden, als die sie nicht immer, aber immer öfter gesehen werden? Ganz nüchtern betrachtet: Nein! Auch wenn die mir vorliegende Übersicht über Malt aus Schottland nicht auf dem allerneuesten Stand und wohl auch lückenhaft ist, lässt eine Auswertung dennoch den sicheren Schluss zu, dass die nachgereiften Single Malt Whiskys auf keinen Fall mehr als zehn Prozent aller Abfüllungen ausmachen, die derzeit im Markt sind.
Die verfügbaren Mengen sind eher marginal, verglichen mit denen des Gesamtangebots an Scotch Single Malt Whiskys. Denn viele – wenn nicht sogar die meisten – der in einem zweiten, einem anderen als dem üblichen Reifefass nachgereiften Malts werden in (eng) limitierter Menge abgefüllt. Nicht selten sind es nur einige hundert Flaschen, die auf den Markt kommen, aber zu Preisen, die oft deutlich über jenen eines herkömmlichen Scotch Single Malt Whisky liegen. Das erregt Unwillen. Als wir vor gut drei Jahren die Leser dieses Magazins um ihre Meinungen zum Thema finishing baten, gaben ebensoviele Gegner wie Befürworter ihre Stellungnahmen ab. Und fast ein Viertel der Antworten kam von Lesern, die mit einem „zwar dafür, aber …“ argumentierten.
Ein sanfter, lieblicher „Sherryfinish“ sei eine Möglichkeit, Einsteigern den Malt Whisky schmackhaft zu machen – das war der Tenor der Pro-Eingestellten. Das finishing belebe den Markt, war ein weiteres, auch mehrfach vorgebrachtes Argument. Die meisten Befürworter gaben sich aber vor allem tolerant: „Lasst die doch experimentieren, womit sie auch immer mögen – wichtiger ist …“ Als wichtiger wurde damals vor allem die Abschaffung von Kaltfiltrieren und Färben genannt.









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