
Das tausendfach besungene „Fass im tiefen Keller“ ist vielleicht bei Winzern zu finden, möglicherweise auch beim einen oder anderen Kleinbrenner. Wer allerdings sehen will, wie Whisky und Whiskey (und übrigens auch Cognac) heranreifen, bleibt in der Regel ebenerdig: Die „Kinderstuben“ des uisge beatha sind Gebäude, keine Gruften.
Aber zwischen „Gebäude“ hier und „Gebäude“ dort können zwar nicht Welten, doch Etagen liegen … Niedrige Bauten aus Steinen, die über viele Jahrzehnte hinweg schwarz-grau geworden sind. (Vermutlich haust hier ein Verwandter jenes Pilzes Torula compniacensis, der sich in der Charente von den Ausdünstungen einer Unzahl von Fässern mit angehendem Cognac nährt und schließlich als schwarzer Belag auf den Außenmauern der chais festsetzt.) Die wenigen und außerdem kleinen Fenster lassen kaum Licht herein in die altertümlichen warehouses. Dicke Wände und Schieferdächer halten die Temperatur im Innern stabil.
Fußboden? Gestampfte Erde mit Brettern als „Laufstegen“!
TRADITIONELL: DUNNAGE WAREHOUSE
So sieht ein klassisches Lagerhaus aus, wie wir’s relativ häufig noch in Schottland finden. Alfred Barnard konnte es in seinen Destillerien-Beschreibungen ganz schlicht als warehouse, deutsch: „Lagerhaus“, bezeichnen, weil ein anderer Gebäudetyp als dieser zur Zeit seiner Reise durch alle Brennereien im Vereinigten Königreich noch unbekannt war, jedenfalls in Europa.
Heute heißt dieser Lagerhaus-Typ dunnage warehouse. Die Bezeichnung fußt auf dem (im herkömmlichen Wörterbuch aber nicht aufgeführten) englischen Oberbegriff für „Stauholz“, „Verpackungsmaterial“ und „Packmaterial“. In unserem Fall ist vermutlich jenes keilförmige „Stauholz“ gemeint, mit dem die mehr oder weniger „frei liegenden“ Fässer gegen das Wegrollen gesichert werden.









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