Von der Elbe bis zur Uckermark

Ein Streifzug durch die Whiskyregion im Osten Deutschlands

Die Sonne geht langsam unter über dem Spreewald. Die Wiesen dampfen im Abendlicht. Ein Reiher steht reglos am Ufer und das Wasser zieht in trägen Schleifen durch die Fließe. Etwas weiter nördlich liegt Brandenburgs Kornkammer, im Osten die Weiten Vorpommerns, im Süden der Rand des Erzgebirges – und mittendrin: eine dynamische Whiskyregion. Von Patrick Grasser.
 

Dresden hat viele Gesichter. Barocke Pracht trifft hier auf industrielle Klarheit, Tradition auf Innovation. Und genau in diesem Spannungsfeld schlägt das Herz einer der modernsten Whiskybrennereien Deutschlands: der Dresdner Whisky Manufaktur – Heimat des HELLINGER 42. Im Alberthafen, mitten in Dresden, trifft industrielle Vergangenheit auf fein destillierte Gegenwart. Dort, wo früher der Geruch von Öl, Maschinenfett und geräuchertem Fisch über den Hafen wehte, entfaltet sich heute ein neues Kapitel urbaner Genusskultur. Direkt am historischen Terminal erhebt sich ein moderner Bau mit dunkler Fassade und klarer Handschrift. Im Inneren sind nicht nur die Produktionsanlagen untergebracht. Auch das atmosphärische Besucherzentrum, ein Verkostungsraum und ein Shop gehören zum Ensemble. Ein Whiskyparadies auf über 1.200 Quadratmetern. Hier zeigt sich, wie urbaner Whisky aus dem Osten Deutschlands aussehen kann: geradlinig, ambitioniert, handwerklich konsequent. Die Initialzündung für das Projekt kam 2018 – mit einer Idee, die zunächst gar keine eigene Brennerei vorsah. „Unser eigentlicher Gedanke war, unabhängige Abfüller zu werden“, erzählt Mitgründer Thomas Michalski. Doch es kam anders. Aus dem Wunsch, eigene Akzente zu setzen, entwickelte sich bald der Mut zur eigenen Brennerei.

 

Die technische Ausstattung ist ebenso modern wie durchdacht. Zwei Pot Stills mit ansteigendem Lyne Arm sorgen für hohen Reflux und einen besonders weichen Brand. Eine Besonderheit liegt jedoch in der Würzegewinnung durch das kontinuierlich arbeitende Maischefiltrationssystem namens „Nessie“. Vier rotierende Trommeln trennen in einem durchgehenden Prozess Flüssigkeit und Treber – effizient und ohne Unterbrechung. Die entstandene Würze gilt als besonders gäraktiv und bildet die Grundlage für einen ausdrucksstarken New Make. Auch in Sachen Reifung setzt man auf Vielfalt: 38 Fassarten lagern inzwischen im Warehouse – von klassischen Ex-Bourbon- und Sherryfässern über Port, Amarone, Bordeaux bis hin zu experimentellen Varianten wie Maulbeere oder Kiri. „Unser Whisky bekommt viel von Dresdens Luft – und Sachsens Spirit. Und der Geschmack? Der orientiert sich an der Eleganz der Speyside – doch ohne sie zu kopieren. „Wir wollen keinen schottischen Whisky nachbauen, sondern deutschen Whisky mit eigenem Charakter entwickeln“, so die Haltung im Haus. Eine Aussage, die auch durch den bisherigen Flaschenauftritt gestützt wird: Die Serie reicht vom fruchtigen „H42eins“ über rauchige Cuvées bis zur limitierten „Sächsischen Winzer Edition“. Letztere reifte in Fässern von sieben sächsischen Weingütern – der gleiche Whisky, siebenmal anders. Fest steht: In Dresden wird Whisky mit Haltung gemacht. Der HELLINGER 42 ist kein Traditionsprodukt aus dem Bilderbuch – sondern eine moderne Interpretation von Herkunft, Präzision und Anspruch. Oder wie es einmal ein Mitarbeiter formulierte: „Schottische Tradition. Sächsische Präzision.“

 

Im Rosental: Rose Valley Whisky von Brabant

Manchmal beginnt alles mit einer klaren Haltung: „Nur das Beste ist gut genug.“ Für Eric und Astrid Brabant war dieser Satz kein Werbeslogan, sondern das Fundament, auf dem sie 2015 ihre Feinbrandmanufaktur Brabant gründeten – mitten in Sachsen. Heute ist daraus Rose Valley geworden: eine kleine, leidenschaftlich geführte Brennerei, die in Handarbeit Whiskys herstellt, die sich deutlich vom industriellen Einerlei abheben. Persönlich, präzise – und ganz nah an der Region. Der Markenname „Rose Valley“ ist übrigens kein reiner Marketing-Einfall, sondern eine charmante Hommage an die Adresse der Brennerei – sie liegt im Rosental, inmitten der Gemeinde Striegistal. „Der Impuls, Whisky in Sachsen zu brennen, entstand bei uns aus der Leidenschaft für handwerklich hergestellte Spirituosen“, erzählt Eric Brabant. Vom ersten Tag an stand fest: Es geht nicht um Masse, sondern um Klasse. Also wurde in der Manufaktur von Beginn an alles selbst gemacht – vom Maischen über die Fermentation bis hin zur Destillation und Reifung. Klein, präzise, kompromisslos. Und ganz ohne Abkürzungen. Gebrannt wird klassisch in zwei Brennvorgängen, gelagert wird ausschließlich in ausgewählten First-Fill-Fässern. Dabei entstehen keine hastig veredelten Abfüllungen mit nachträglichem Finish, sondern echte Vollreifungen, bei denen das Fass vom ersten Tag an prägt. „Jedes Fass wird nur einmal für die Reifung unseres Whiskys genutzt. Das hebt uns ab, da häufig in der Branche auch Second-Fill oder Finish-Fässer verwendet werden“, erklärt Eric Brabant die Philosophie hinter dem Fassmanagement. Neben Fassklassikern wie PX Sherry, kommen auch ungewöhnlichere Fässer wie Madeira, Marsala oder sogar Orange Wine zum Einsatz. So hat jede Abfüllung ihren eigenen Reiz.

 

Auch das sächsische Klima spielt eine tragende Rolle, mit seinen spürbaren Unterschieden zwischen den Jahreszeiten. „Wir erleben hier starke Temperaturschwankungen und vergleichsweise geringe Luftfeuchtigkeit“, erklärt Brabant. Das bedeutet: intensiver Austausch zwischen Fass und Destillat, schneller Aromentransfer, aber auch höherer Angels’ Share. Ein Preis, den man für Qualität gern zahlt. Denn selbst nach nur vier bis fünf Jahren zeigen viele Abfüllungen bereits eine erstaunliche Komplexität. Rose Valley steht dabei auch für eine ostdeutsche Whiskyidentität, die sich selbstbewusst abseits des Mainstreams bewegt. Kleinere Manufakturen, echte Handarbeit, starke regionale Verwurzelung – das ist die Szene, in der sich Brabant verortet.


Von der Brauerei zum Whiskyfass: Eschenbrenner aus Berlin

Whisky und Bier sind zwei Welten, die mehr verbindet, als sie trennt. Beide brauchen Wasser, Malz und Hefe. Und genau hier liegt der Ursprung des Eschenbrenner Whisky. Der Berliner Braumeister Martin Eschenbrenner versteht beide Welten. Er ist bekannt für sein unfiltriertes Eschenbräu Bier und kennt das Handwerk von der Wurzel auf: Schroten, Maischen, Gären – all das gehört zum Alltag seiner Brauerei im Berliner Wedding. 2011 beginnt hier auch ein neues Kapitel: seine ganz persönliche Whiskygeschichte. Zunächst als Experiment, inzwischen aber mit großem Erfolg und Ernsthaftigkeit – immer fokussiert auf das Wesentliche und einen ehrlichen, handwerklichen Whisky. Im Zentrum steht dabei der Malzbrand: aus Gerste – mitunter auch mit einem geringen Roggenanteil – immer kraftvoll und aromatisch. Die Würze wird in der eigenen Brennerei vergoren, das sogenannte „Distillers Beer“ anschließend in der hauseigenen Brennerei dreifach destilliert. Auf einer Kolonnenanlage mit vier Böden. Eschenbrenners Stil ist geprägt von rauchigen Noten, markanter Malzaromatik und der Begeisterung, neben klassischen Hefen auch exotische Varianten einzusetzen. Diese Faszination für die Vielfalt der Rohstoffe setzt sich bei den kräftigen Malzmischungen fort, bei denen Martin Eschenbrenner seinen Schwerpunkt auf rauch- und torflastige Malze legt. Die Fässer wählt Eschenbrenner mit Bedacht. Häufig kommt frische europäische oder amerikanische Eiche zum Einsatz, daneben Fässer in Zweit- oder Drittbelegung. Rund ein Viertel der Whiskys erhält ein Finish – etwa in ehemaligen Sherry-, Calvados- oder Weinfässern. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Ausgangsprodukt: ein New Make mit Tiefe, Würze und feiner Hefeprägung, der schon vor der Reifung seine Komplexität andeutet. Mitten in Berlin entsteht hier ein Whisky, der Haltung zeigt. In kleinen Chargen, mit viel Handarbeit und ohne inszenierten Pomp.

 

Familientradition mit Twist: Berliner Brandstifter

Berlin ist vieles – und langweilig gehört ganz sicher nicht dazu. Das gilt auch für die Whiskykreationen der Berliner Brandstifter. Statt auf Altbewährtes zu setzen, nimmt Gründer Vincent Honrodt den klassischen Whisky und denkt ihn neu. Urban, experimentell und mit einer Handschrift, die sich bewusst vom Mainstream absetzt. Der Single Malt der Berliner Brandstifter ist dabei nicht nur ein Kind seiner Stadt, sondern legt während seiner Reifezeit eine Reise quer durch die Republik zurück. Die erste Zeit darf er im Schwarzwald in Ex-Bourbon-Fässern reifen, bevor er den letzten Schliff durch die Berliner Luft und die hauseigenen Aged-Gin-Fässer erhält. „Dadurch nimmt der Whisky nicht nur dezente Noten unseres floralen Dry Gins auf, sondern auch feine Aromen von Rotweintrauben aus dem Fassholz – ein Zusammenspiel, das ihm eine unverwechselbare, fast duftige Komplexität verleiht“, erklärt Honrodt. Auch wenn für den Whisky ganz traditionell Gerste destilliert wird, versteht sich dieser Single Malt als ein Whisky mit experimentellem Charakter. Mit einer feinen Balance zwischen klassischem Malz, Vanille, Karamell und floral-fruchtigen Noten. Streng limitiert auf 2.750 Flaschen – jede von Hand nummeriert.


Die Idee für die eigene Spirituosenmanufaktur wurzelt tief in der Familiengeschichte: Bereits in den 1930er Jahren brannte Honrodts Urgroßvater Ernst-August Spirituosen aus Zuckerrüben und Getreide von den Feldern rund um die Zuckerfabrik Voßberg in Berlin. Jahrzehnte später griff er selbst diesen Faden auf und brachte das Erbe seines Urgroßvaters in die Gegenwart. Mit der Marke Berliner Brandstifter interpretiert Vincent Honrodt die Tradition seiner Familie neu und auf kreative Weise: modern, urban und immer mit dem Anspruch, etwas Eigenständiges zu schaffen. „Wir wussten anfangs nicht, wie stark der Einfluss der Gin-Fässer sein würde. Das Ergebnis hat uns positiv überrascht.“ Berlin ist dabei mehr als eine Kulisse. „Unser Whisky trägt den Charakter der Stadt in sich: individuell, experimentierfreudig, aber gleichzeitig klar und authentisch. Berlin inspiriert uns mit seiner Mischung aus Kreativität, Tradition und urbanem Spirit.“ Ob pur auf dem Balkon oder als prägende Zutat in einem Cocktail – der Berliner Brandstifter Whisky ist vielseitig und alles andere als konventionell.

 

Roggenwhiskey aus dem Spreewald: STORK CLUB

Der Spreewald ist ein Land der Wasserläufe, Wiesen und Wälder. Zwischen alten Alleen und Auen, rund 60 Kilometer südlich von Berlin, reift hier ein Whiskey, der mit klarer Haltung, regionaler Verwurzelung und einem guten Schuss Bartender-Mut überzeugt. Im malerischen Dorf Schlepzig hat die STORK CLUB Whiskey-Destillerie ihre Heimat gefunden. Was 2004 als eine der ersten Whiskybrennereien Ostdeutschlands begann, hat sich zu einer reisgekrönten Adresse für deutschen Rye entwickelt. Hier, wo der Roggen seit Jahrhunderten zum Landschaftsbild und zur Identität der Region gehört, setzen Steffen Lohr, Sebastian Brack und Bastian Heuser auf ein Destillat mit Rückgrat: würzig, markant, vielschichtig – aber mit Eleganz. „Whiskey muss Spaß machen“, sagt Bastian Heuser, früher Bartender und Mitbegründer des „Bar Convent Berlin“. Und genau das tut der STORK CLUB Whiskey. Statt sich dem rauen Image des amerikanischen Rye unterzuordnen, präsentieren sich die Brandenburger Abfüllungen als fein balancierte, handwerklich präzise Gegenentwürfe. Die Destillation erfolgt in zwei Hybrid-Pot-Stills, vergoren wird mit Craft-Beer-Hefen, gelagert in individuell getoasteten Fässern aus amerikanischer und deutscher Eiche.

 

Ergänzt wird das Fassmanagement durch Pinot-Noir-Fässer aus der Pfalz sowie Sherry- und Ex-Islay-Casks – eine vielfältige Reifestrategie, die Komplexität und Tiefe möglich macht. Im Zentrum steht dabei immer der Roggen – und der kommt direkt aus der Nachbarschaft. Zwei Agrargenossenschaften liefern das Getreide für rund 80 % der Produktion. Der Spreewald und die Lausitz gelten als die größten Roggenanbaugebiete Europas. Auch das Klima der Region prägt den Charakter des Whiskeys. Heiße Sommer, frostige Winter und deutliche Temperaturschwankungen lassen die Fässer „atmen“ – und sorgen für eine besonders aktive Reifung. Das Resultat: ein hoher Angels' Share und eine Aromatik, die schon nach wenigen Jahren Tiefe und Ausdruckskraft entwickelt. Spreewald, Roggen, Eigenständigkeit – das ist STORK CLUB. Ein Whiskey, der zeigt: Reife braucht nicht nur Zeit, sondern auch Haltung.

 

Nachhaltigkeit mit Weitblick: Die GRUMSINER Brennerei


Mitten in der Uckermark, dort, wo Kopfsteinpflaster noch zum Alltag gehört und Felder bis zum Horizont reichen, liegt ein Ort, an dem Whisky mit ungewöhnlicher Konsequenz gedacht und gemacht wird: die Grumsiner Brennerei. Denkmalgeschützte Gebäude aus Holz und Backstein, ein weiter Hof, der Blick ins Weltnaturerbe – und hinter der großen Glasfassade: eine Brennblase, die mehr ist als nur ein technisches Gerät. Seit 2014 entstehen hier Whiskys, die sich nicht in lauter Etiketten- oder Marketingsprache verlieren, sondern auf einem klaren Grundverständnis aufbauen. „Wir brennen seit 1726“, heißt es selbstbewusst. Gemeint ist damit nicht das Unternehmen in seiner heutigen Form, sondern das Erbe einer Region, in der Branntweinbrennerei einst zum ländlichen Alltag gehörte. Die Basis für jeden Whisky liegt auch bei Grumsiner im Getreide. Doch was hier verwendet wird, unterscheidet sich spürbar vom Standard: alte regionale Sorten wie Preußischer Eppweizen, Marienroggen oder Imperialgerste, gezielt rekultiviert, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Diese Getreidesorten bringen nicht nur Geschmack, sondern auch Geschichte ins Glas – aromatisch dichter, griffiger, komplexer als moderne Hochleistungssorten.


Jeder Schritt, vom Schroten bis zur Gärung, erfolgt mit maximaler Sorgfalt. Im Fasskeller zeigt sich die ganze Vielfalt der Grumsiner Handschrift. Gelagert wird ausschließlich in vorbelegten Fässern – Sherry, Bourbon, Rum oder Tequila –, jedes bringt eigene Nuancen, Texturen und Stimmungen mit. Es geht dabei nicht um aromatische Effekte, sondern um die Frage: Welches Fass harmonisiert mit welchem Destillat? Wer einmal durch den Hof der Brennerei läuft, merkt: Hier geht es nicht nur um Whisky, sondern um eine Haltung. Das Holz für die Befeuerung stammt aus dem eigenen Wald. Der Strom für die Feinbrennerei kommt von der Photovoltaikanlage. Das Fachwerk der alten Stellmacherei wurde liebevoll saniert, ein neues Fasslager entsteht – und ab Sommer 2026 lädt ein Ferienhaus dazu ein, die Ruhe und Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken zu lassen. Was vielleicht rustikal klingt, ist in Wahrheit weit gedacht: Gründer Thomas Blätterlein verbindet Nachhaltigkeit mit Genuss, Bodenständigkeit mit visionärem Unternehmertum. Und dass dieses Verständnis über das Produkt hinausreicht, beweist das regionale Engagement: Die Brennerei unterstützt Projekte zur Erhaltung und Wiederanpflanzung alter Nutzpflanzen, engagiert sich im lokalen Handballverein und lebt so eine Verbundenheit mit der Region, die weit über Lippenbekenntnisse hinausgeht.

 

Was Ostdeutschlands Whiskybrenner vereint, ist kein einheitlicher Stil – sondern die Vielfalt und Innovationskraft, mit der sie zu Werke gehen. Ob in der Uckermark, im Spreewald, in Dresden oder mitten in Berlin: Überall entstehen Whiskys, die ihre Herkunft zeigen, handwerklich gemacht sind und mit Ideenreichtum überzeugen. Mal klassisch und präzise, mal experimentell und urban – aber immer mit hohem Anspruch an Qualität und Genuss. Es ist diese Mischung aus Bodenständigkeit und Mut, neue Wege zu gehen, die der Whiskyregion Ostdeutschland ihr eigenes Profil gibt. Und die zeigt, wie vielfältig und lebendig deutscher Whisky heute sein kann.


Hellinger 42, Dresdner Whisky Manufaktur

(Dresden)

 

Deutschlands größte Whisky-Brennerei, die Dresdner Whisky Manufaktur, hat Grund, ordentlich zu feiern. Nachdem im Sommer 2022 in der gerade fertiggestellten Brennerei der erste Newmake gebrannt wurde, darf sich dieser, wie international vorgeschrieben, erst nach drei Jahren im Fass auch wirklich Whisky nennen. Die auf 2.022 limitierten 0,7-Liter-Flaschen der Edition EINS sind zum Preis von 79 Euro direkt in der Manufaktur und im Online-Shop erhältlich. Die Manufaktur versteht sich aber nicht nur als Produktionsort, sondern als Raum der Begegnung. Besucherführungen, Tastings und Events im neu eröffneten „H42 Klub“ laden zum Verweilen ein und lassen sie Teil der Reise werden. Offenheit, Erleben und Atmosphäre – so lautet das Rezept.

 

www.hellinger42.de


Feinbrandmanufaktur Brabant: Rose Valley Whiskys

(Striegistal)

 

Was die Rose Valley Whiskys verbindet, ist ihr durch und durch handwerklicher Charakter. Gerstenmalz bildet die Basis, ergänzt durch regionale Getreidesorten wie Buchweizen, Emmer oder Hafer. Das Wasser stammt aus der eigenen Quelle, die Maischführung wird individuell angepasst. Auch bei den Hefen setzt man auf Qualität und Experimentierfreude. „Wir möchten, dass der Genießer erkennt: Hier wurde bewusst gearbeitet, hier steckt Zeit, Idee und Sorgfalt drin“, so Brabant. Das Ergebnis sind Whiskys mit Ausdruck, Tiefe und Herkunft. Wer neugierig auf diese Handschrift ist, darf sich auf die kommenden Jahre freuen: neue Single-Cask-Abfüllungen, längere Reifungen, spannungsreiche Sonder-editionen und eine immer feinere Ausdifferenzierung der Stilistik.

 

www.feinbrandmanufaktur.de


Eschenbrenner Whisky

(Berlin)

 

Das Berliner Klima spielt dem Whisky in die Karten: starke Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter sorgen für eine aktive Fassreifung. Dabei verdunstet mehr Wasser als Alkohol – und so kommt der zwölfjährige Whisky mit stolzen 65 Volumenprozent aus dem Fass. Selbstverständlich ohne Kältefiltration oder Nachfärbung – ein echtes Naturprodukt. „Wir denken Whisky aus Sicht des Brauers“, sagt Martin Eschenbrenner. Wer in die Welt der Whiskys einsteigen will, für den hat Martin Eschenbrenner eine klare Empfehlung: „Unser ‚Billy‘ ist der ideale Einstieg – mit Noten von gerösteten Nüssen und Tabak in der Nase und einem langen vollmundigen Nachklang mit zartem Rauch.“ Für Fortgeschrittene empfiehlt der Brennmeister seinen „Tall Pete“ – komplex, mit Anklängen von kalter Asche, Holzpolitur und einer fruchtigen Süße.

 

www.eschenbrenner-whisky.de


Berliner Brand Stifter

(Berlin)

 

Die Idee für die eigene Spirituosenmanufaktur wurzelt tief in der Familiengeschichte: Bereits in den 1930er Jahren brannte Honrodts Urgroßvater Ernst-August Spirituosen aus Zuckerrüben und Getreide von den Feldern rund um die Zuckerfabrik Voßberg in Berlin. Der Single Malt der Berliner Brandstifter ist dabei nicht nur ein Kind seiner Stadt, sondern legt während seiner Reifezeit eine Reise quer durch die Republik zurück. Die erste Zeit darf er im Schwarzwald, in Ex-Bourbon-Fässern reifen, bevor er den letzten Schliff durch die Berliner Luft und die hauseigenen Aged-Gin-Fässer erhält. Mit einer feinen Balance zwischen klassischem Malz, Vanille, Karamell und floral-fruchtigen Noten. Der Whisky ist streng limitiert auf 2.750 Flaschen – jede von Hand nummeriert.

 

www.berlinerbrandstifter.com


STORK CLUB

(Schlepzig)

 

Im Zentrum steht bei Stork immer der Roggen – und der kommt direkt aus der Nachbarschaft. Zwei Agrargenossenschaften liefern das Getreide für rund 80 % der Produktion. Der Spreewald und die Lausitz gelten als größte Roggenanbaugebiete Europas – ideale Voraussetzungen für einen Whiskey mit klarem Herkunftsprofil. Kurze Wege, frische Ware, viel Verständnis für das Getreide: Hier sorgt Regionalität für Qualität. Dass STORK CLUB Whiskey aber nicht nur im Nosingglas, sondern auch im Shaker glänzt, liegt auf der Hand. Viele der Abfüllungen sind mit Blick auf die Bar entwickelt. Ob Straight Rye, Rye Malt, Smoky Rye oder Full Proof – die Range bietet reichlich Charakter für Klassiker wie Manhattan oder Ryeball, aber auch für experimentierfreudige Mixologen.

 

shop.stork-club-whiskey.com


GRUMSINER Brennerei

(Angermünde)

 

Der Grumsiner Whisky wird zweifach destilliert und ausschließlich in kleinen Chargen produziert. Jeder Schritt, vom Schroten bis zur Gärung, erfolgt mit maximaler Sorgfalt. Die Fermentation wird präzise gesteuert – mit eigens ausgewählten Hefen, die dem Destillat Tiefe und Struktur verleihen. Das Resultat ist ein klarer, ausdrucksstarker Rohbrand. Im Fasskeller zeigt sich die ganze Vielfalt der Grumsiner Handschrift. Gelagert wird ausschließlich in vorbelegten Fässern – Sherry, Bourbon, Rum oder Tequila –, jedes bringt eigene Nuancen, Texturen und Stimmungen mit. Es geht dabei nicht um aromatische Effekte, sondern um die Frage: Welches Fass harmonisiert mit welchem Destillat? So entstehen Whiskys mit Tiefe, Körper und Charakter. Und da jede Abfüllung als Einzelfass gefüllt wird, entsteht zugleich eine spannende Bandbreite.

 

www.grumsiner.de


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