Benromach – Back to the roots


Die Benromach Destillerie liegt etwas abseits der üblichen Speyside Hotspots, am Rande der alten Marktstadt Forres. Hier wurde sie 1898 erbaut und durchlebte seither eine wechselvolle Geschichte. 1983 schien endgültig Schluss zu sein – bis Gordon & MacPhail auf den Plan trat und die Brennerei kaufte. 2020 gab es nun einen umfassenden Marken-Relaunch.

 

Dieses Markenporträt erschien zuerst in: Der Whisky-Botschafter 04/2020

 

VON TELSE PRAHL

Telse Prahl

Manch einer wird ihn vielleicht vermissen: den alten, hellen Benromach-Schriftzug auf den Flaschen, der aussah wie von Druidenhand geschrieben. Die traditionsreiche Speyside-Destillerie präsentiert sich seit Juni 2020 in komplett neuem Look. Inhaltlich müssen Anhänger des beliebten Classic Speyside Single Malt Scotch Whiskys jedoch keine Veränderungen fürchten: Geschmack und Charakter von Benromach bleiben erhalten.

 

Als Benromach 1983 – wie es damals schien, endgültig – schließen musste, war von der einstigen Destillerie nicht mehr viel übrig: Die alten Brennblasen waren herausgerissen worden, die Gebäude standen leer. Der neue Besitzer war der in Elgin ansässige Scotch Whisky-Spezialist Gordon & MacPhail. Hinter dem Namen verbirgt sich unter anderem die Familie Urquhart, die sich ihren Traum von einer eigenen Brennerei verwirklichen wollte. Und so nahm sie sich fünf Jahre Zeit für eine umfassende Renovierung der Anlage. Neue Pot Stills und Apparaturen wurden angeschafft und installiert – lediglich das Wasser aus den Romach Hills blieb das gleiche. 1998 war es dann soweit: Die neue Destillerie wurde feierlich wiedereröffnet, und zwar stilecht von His Royal Highness The Duke of Rothesay Prince Charles.

 

Keith Cruickshank (l.) und seine Crew arbeiten gemäß dem Credo: „Made by hand for a genuine character.“
Keith Cruickshank (l.) und seine Crew arbeiten gemäß dem Credo: „Made by hand for a genuine character.“

Trotz der vielen Neuerungen gelang es Gordon & MacPhail, den klassischen Speyside Stil der 60er Jahre zu erhalten. Die Vision für Benromach war es stets, einen traditionellen, handgefertigten Single Malt herzustellen, der auf dem Charakter der Speyside-Whiskys vergangener Zeiten basiert – schön ausgewogen mit einem leichten Hauch von Torf. Und eben diesem Geist, der bereits heute in jeder Flasche steckt, soll die neue Ausstattung nun auch optisch Tribut zollen: „Zurück zu den Wurzeln“ lautete der Grundgedanke bei der Überarbeitung des Designs.

 

Bei der Entwicklung des neuen Flaschen- und Verpackungsdesigns ließ man sich von einem handbemalten Schild inspirieren, das früher das Dach über dem Ofen schmückte. Des Weiteren von den charakteristischen roten Türen der Brennerei sowie dem Schornstein aus rotem Backstein. Entsprechend ist nun der Schriftzug „Benromach“ rot und in gedruckten Lettern gestaltet, genau wie der Verschluss jeder Flasche ab sofort rot ist. Das Erscheinungsbild ist insgesamt klarer und traditioneller, weniger verspielt.

 

Die Benromach Core Range in neuem Look
Die Benromach Core Range in neuem Look

„Der neue Look unterscheidet sich stark von der bekannten Ausstattung“, bestätigt Rudolf Knickenberg, CEO der Schlumberger Vertriebsgesellschaft, die Benromach in Deutschland distribuiert. „In unseren Augen greift das neue Design die Tradition, für die die Marke steht, perfekt auf.“ Andrew Hannah, Leiter der Marketingabteilung von Benromach, ergänzt: „Das neue Design soll die handwerkliche Sorgfalt vermitteln, mit der Benromach hergestellt wird. Und dient als Versprechen, dass wir hier in Forres jeden Tropfen Whisky mit nur vier Zutaten herstellen: Gerste, Wasser, Hefe und dem Fachwissen unserer Destillateure.“

 

Was zeichnet Benromach aus?

Die goldfarbenen Single Malts werden aus bester schottischer Gerste hergestellt, die lokal angebaut und mit etwas Torfrauch gemälzt wird. Anschließend wird sie in einer 120 Jahre alten Vierwalzen-Mühle zu Schrot verarbeitet. Die Fermentation in Lärchen-Washbacks dauert drei bis fünf Tage. Zur Gärung werden zwei unterschiedliche Hefetypen verwendet, unter anderem Bierhefe, was zur Entwicklung komplexer Aromen beiträgt. Das Wasser stammt aus der nur ein paar Meilen von der Brennerei entfernten Chapelton-Quelle in den Romach Hills. Jedes Fass wird von Hand befüllt, gewogen und gekennzeichnet, bevor sein Inhalt in den Dunnage Warehouses zur optimalen Reife gelangt. Das kleine Team von Brennmeistern unter der Führung von Distillery Manager Keith Cruickshank verlässt sich dabei ganz auf sein Fachwissen und seine Sinne. Erst wenn der Whisky den hohen Qualitätsstandards der Destillerie entspricht, wird er abgefüllt und mit dem Benromach-Etikett versehen. Diese sorgfältige Handwerkskunst beschreibt Benromach mit dem ebenfalls neuen Slogan: „Made by hand for a genuine character.“

 

Die Qualitäten

Bernromach 10 Years Old, 43% vol.

Der Signature Malt des Hauses reift in Bourbon- und Sherryfässern. Er hat eine schöne Bernsteinfarbe und macht sich in der Nase mit hellen Apfel- und Birnennoten bemerkbar, ergänzt von dunklem Honig, sanftem Rauch und Vanille. Am Gaumen treten malzige Getreidenoten hervor, gepaart mit Frucht-, Toffee- und Sherry-Noten. Der Whisky erhielt bei der San Francisco World Spirits Competition 2020 Gold.

 

Benromach 15 Years Old, 43% vol.

Der 15-Jährige besticht durch Noten von gemahlenem Pfeffer, geräucherter Eiche, getrockneten Bananen, dunkler Schokolade und Waldfrüchten. Dazu kommen reiche Sherry-Aromen und ein Hauch von Rauch. Dafür gab es bei der San Francisco World Spirits Competition 2020 Doppelgold – eine Auszeichnung, die nur vergeben wird, wenn die Jury eine Spirituose einstimmig mit Gold bewertet.

 

Vintage 2009, Cask Strength, Batch 04, 57,2% vol.

Der Single Malt Whisky in Fassstärke liefert süße Sherry-Aromen, dunkle Waldfrüchte und subtile Schokolade. Am Gaumen dominieren Noten von schwarzem Pfeffer, roten Beeren, pikanter Orange und weichem Rauch.

 

Die Auszeichnungen, die die Benromach Whiskys in jüngster Zeit erhielten, durften auf der neuen Ausstattung natürlich nicht fehlen und sind nun auf den Verpackungen verewigt.

 

 

www.benromach.com

 

Bild/Bezugsquelle: Schlumberger Vertriebsgesellschaft mbH & Co KG (www.schlumberger.de)

 

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