Meister ihres Handwerks: Diese drei Whiskydestillerien mälzen noch selbst


Whiskyherstellung kann echte Handarbeit sein, doch nur wenige Destillerien investieren heute noch die Zeit und Energie. Die schottischen Brennereien Laphroaig, Bowmore und Highland Park hüten ihre jahrhundertealten Traditionen. Das Ergebnis: wertvolle und authentische Whiskys mit unvergleichlichem Geschmack.

 

In der Geschichte hat Whisky seinen festen Platz. Die Aufzeichnungen gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück: Die erste lizensierte Destillerie stammt offiziell aus dem Jahr 1608. Seitdem wurde in den Destillerien an der Herstellung gefeilt, Produktionsgeheimnisse über Generationen weitergegeben und die Prozesse größtenteils modernisiert. Nur wenige Brennereien bewahren bis heute ihre ursprüngliche Herstellungsmethode. Dazu zählt etwa das Floor Malting – die von Hand gemälzte Gerste. Laphroaig, Bowmore und Highland Park sind drei Brennereien aus Schottland, die diese Tradition immer noch pflegen.

 

Die Kunst des Mälzens

Sie besitzen noch ihre eigenen Malzböden auf denen die Gerste ausgebreitet und regelmäßig gewendet wird. Die Arbeiter nutzten dafür ursprünglich große Holzschaufeln, doch mittlerweile erleichtert eine Maschine mit „Paddeln“ die harte Tätigkeit. Nach wenigen Tagen keimt die Gerste. Dabei wird die Stärke in Zucker umgewandelt, was für die spätere Gärung wichtig ist. Neben der langjährigen Erfahrung der Mälzer spielen auch das richtige Klima und die Temperatur eine entscheidende Rolle. Die Gerste wird schließlich über Torfrauch getrocknet, um den Keimprozess zu stoppen. Außerdem legt der kräftige, intensive Torfrauch den Grundstein für das spätere rauchig-torfige Aroma.

Rauchige Raritäten von Laphroaig

Auf der schottischen Insel Islay wird nahe des rauen Atlantiks heute wie früher echte Handwerkskunst vollbracht. Diese verleiht dem Laphroaig Whisky – neben der unnachahmlichen Rezeptur, dem wilden Küstenklima und dem handgestochenen Torf – seinen intensiven Charakter. Seit der Gründung im Jahr 1815 arbeitet die Destillerie mit traditionellen Malzböden. So lässt sich auch heute noch das Vermächtnis der Gründerfamilie genießen: ein unvergesslich torfiger Whisky. Der zweite Teil der einzigartigen Ian Hunter Single-Malt-Serie ehrt genau dieses Vermächtnis und die Tradition von Laphroaig und ist eine Hommage an das letzte Mitglied der Johnston Familie. Die Abfüllung lagerte 30 Jahre lang in Ex-Sherry-Fässern, wo sie die Aromen des Holzes annahm und vom stürmischen Klima des Atlantiks geprägt wurde. So bringt sie den legendären, charakteristischen Laphroaig-Geschmack hervor: komplex, rauchig, intensiv und oftmals provokant. Nicht kühlfiltriert und mit einer Kombination aus süßen, würzigen und markanten „medizinischen“ Noten ist „Book 2“ wunderbar abgerundet.

Schätze aus den No. 1 Vaults von Bowmore

Die renommierte Whiskyregion Islay beheimatet neben Laphroaig auch Bowmore. Sie ist die älteste Destillerie der Insel und besitzt das weltweit älteste Lagerhaus für Scotch Whisky: die No. 1 Vaults. Seit über 240 Jahren wird an der rauen Atlantikküste der berühmte, ausgewogen rauchige Whisky destilliert und die Tradition mit Stolz gepflegt. So entstand aus drei Zutaten – Gerste, Hefe und Wasser – ein unverkennbarer Whisky. Auch Bowmore nutzt einen eigenen Malzboden zur Keimung der Gerste. Das Malz wird später über torfbefeuerten Öfen mit Islay-Torf sorgfältig getrocknet. Der Prozess ist ressourcenintensiv – doch so gelingt es Bowmore, die Essenz der Insel einzufangen. Eine Kostprobe bietet ab 2021 der limitierte Single Malt Bowmore 30 Years Old. Abgefüllt im Jahr 1989, reifte er drei Jahrzehnte in besten Ex-Sherry- und Ex-Bourbon-Fässern. Er ist inspiriert von der Zeit und der Küstenheimat der Destillerie. Jeder Tropfen erzählt Geschichten aus der Vergangenheit. Intensive Fruchtaromen, tropische und süße Noten von Butterscotch sowie der unverwechselbare und für Bowmore typische, sanfte Torfrauch charakterisieren ihn.

Wikinger-Erbe von Highland Park

Hoch im Norden Schottlands, wo die Nordsee auf den Atlantischen Ozean trifft, liegen die Orkney Inseln. Dort kreieren noch heute die Nachfahren der ersten Wikingersiedler außergewöhnliche Highland Park Whiskys nach denselben anspruchsvollen Standards, die Gründer Magnus Eunson 1798 einführte. Die Gerste wird regelmäßig im Rhythmus von 8 Stunden von Hand gewendet, um den Keimprozess zu unterbrechen. Durch eine gewisse Restfeuchtigkeit wird der aromatische Rauch anschließend vollständig absorbiert. Die Destillerie nutzt Hobbister-Moor-Torf zum Verfeuern, der durch seine Heidekrautnoten für die unverwechselbare Rauchigkeit von Highland Park sorgt. Ein besonderer Genuss ist der neue Highland Park Cask Strength Release No. 1, die erste Abfüllung in Fassstärke von Highland Park. Der Single Malt Scotch Whisky wird direkt vom Fass in Batches abgefüllt und ist damit ein Whisky in Reinform mit einem Alkoholgehalt von 63,3 % Vol. Das verleiht ihm einen kraftvollen Geschmack mit einer besonders großen Tiefe im Nachklang. Ausgewählte Fässer sorgen für Aromen, die das charakteristische Geschmacksprofil des Whiskys zeichnen. Er lässt sich pur, mit Wasser oder auf Eis genießen.

Jeder dieser Whiskys erzählt die Geschichte seiner Herstellung. Doch nicht nur der Prozess, auch die investierte Leidenschaft prägen die jeweiligen Aromen – und das schmeckt man. Whisky-Sammler, die den anspruchsvollen und zeitintensiven Prozess zu schätzen wissen, werden bei Laphroaig, Bowmore und Highland Park, kostbare Schätze finden.